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Flash-Tattoos: Tipps zur Anwendung

Ob gold oder bunt: Längst sind Tattoos zum Aufkleben auf die Haut keine Kindersache mehr, sondern ein Modetrend. Ein Hautarzt erklärt, was man beachten sollte
von Dr. med. Roland Mühlbauer, aktualisiert am 17.10.2016

Individueller Körperschmuck: Flash Tattoos gibt es in vielen Motiven und Farben

Fotolia / Africa Studio

Sommerzeit! Das ist die Zeit der kurzen Ärmel, Hosen und Röcke. Damit kommt auch viel Haut zum Vorschein. Manche verzieren ihre Haut mit permanenten Tattoos. Als schmerzfreie Alternative zum Selbermachen gibt es temporäre Tattoos zum Aufkleben. Besonders auffällig sind Metallic Tattoos, auch Flashtattoos oder allgemein Faketattoos genannt, in Gold-, Silber- oder Kupfertönen. Dieser Trend kam 2012 in Los Angeles auf. Prominente wie die Schauspielerinnen Vanessa Hudgens, Selena Gomez und Sarah Jessica Parker schmücken sich gerne damit. Die Sängerin Beyoncé Knowles veröffentlichte sogar eine eigene Kollektion des glitzernden Körperschmucks.

Hautreizende Stoffe enthalten?

Sind diese Hingucker aus medizinischer Sicht unbedenklich? Bei den Herstellern, die Inhaltsstoffe angeben, finden sich auf der Liste Filmbildner wie Polyvinylbutyral und Copolymere aus Acrylaten, welche unter Umständen die Haut reizen können. Hautarzt Hans-Ulrich Voigt aus München gibt allerdings an, dass er bei seinen Patienten bisher keine Hautreizungen durch Metallic Tattoos feststellen konnte. "Bei oft wiederholter Anwendung kann es aber eventuell passieren, dass sich die Haut gegen einen der Stoffe sensibilisiert, seien es die Kleber oder die Metalle." Dann könnten allergische Reaktionen die Folge sein. Wer bereits auf Kleber allergisch reagiert hat, sollte besonders vorsichtig sein beziehungsweise auf Flashtattoos verzichten.

Aufsehen erregte 2013 die Arbeiterkammer Oberösterreich, als sie angab, beim Test von 14 Kindertattoos Substanzen wie hormonwirksames Organozinn gefunden zu haben. Auch potenziell problematische Stoffe wie Blei und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe wurden in Mengen entdeckt, welche die gesetzlichen Vorgaben überschreiten.

Derzeit befindet sich die Arbeiterkammer Oberösterreich aber in einem Rechtsstreit mit einem Tattoo-Anbieter und verzichtet deshalb auf weitere Angaben. Inwieweit solche Stoffe auch in Flashtattoos auftreten, ist nicht geklärt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung gab an, dass ihnen zu dem Thema keine Daten vorliegen. Vorsicht sollte generell auch bei Flashtattoos geboten sein, wenn keine Inhaltsstoffe angegeben sind.

Flashtattoo auftragen: Die wichtigsten Tipps

  • Ein Flashtattoo kann je nach Pflege in etwa eine Woche halten. Wer es auftragen möchte, sollte laut Voigt zunächst eine Stelle auswählen, an der die Haut möglichst wenig schwitzt. Auch sollte es eine Stelle sein, an der sich die Haut nicht ständig bewegt, beugt, spannt oder an der Kleidung scheuert. Anderenfalls hält das Tattoo nicht so lange. Dies gilt auch an besonders exponierten Körperpartien wie den Händen. Ebenso sollte das Motiv nicht zu nahe an den Augen platziert werden.
  • Nicht an einer Stelle aufkleben, an der eine Infektion oder andere Erkrankung der Haut vorliegt. Neurodermitis, Rosazea, Aknepusteln oder Pilzinfektionen darf das Tattoo also nicht überdecken: "Das Flashtattoo wirkt wie eine Folie. Durch den Abdeckungseffekt können Keime geradezu bebrütet werden." Sollten sich dennoch Pickel, Quaddeln oder Juckreiz unter dem Tattoo entwickeln, empfiehlt der Experte, es wieder zu entfernen und gegebenenfalls die Stelle behandeln zu lassen. Beim Entfernen des Tattoos hilft ein Papiertuch mit Babyöl oder einer alkoholhaltigen Lotion.
  • Die Haut sollte gründlich gereinigt werden: "Wer länger Freude an dem Motiv haben will, wäscht die Stelle gründlich mit Seife oder Duschbad und trägt danach noch ein Desinfektionsmittel auf", rät Voigt. Die Hautpartie kann beispielsweise mit einem in Alkohol getränkten Wattepad abgetupft werden. Anschließend warten, bis der Alkohol verdunstet ist. Ganz Gründliche machen sogar vor der ganzen Prozedur ein Peeling mit einem Bimsstein, um abgestorbene Hautzellen abzurubbeln, die sonst vorzeitig abfallen und die Lebensdauer des Tattoos verkürzen.
  • Anschließend das Metallic Tattoo zurechtschneiden, mit der farbigen Seite auf die Haut legen und mit einem feuchten Tuch etwa eine Minute lang fest andrücken. Schließlich kann man das Papier vorsichtig abziehen. Bis das Tattoo vollständig angetrocknet ist, kann es noch weitere zehn bis fünfzehn Minuten dauern. In dieser Zeit die Haut nicht zu stark bewegen oder daran ziehen, damit das Motiv keinen Schaden nimmt.

Je nach Körperstelle ist eventuell beim Anbringen des Tattoos Hilfe nötig

Reuters / Stefano Rellandini

Flashtattoos pflegen

Lotionen, Öle und Seife bewirken, dass Klebetattoos schneller wieder abfallen. Deshalb empfiehlt es sich, bei der Körperpflege vorsichtig um die mit dem Motiv bedeckte Stelle herum zu waschen. Auch durch exzessiven Sport, Saunieren und Baden kann das Tattoo vorzeitig seinen Glanz verlieren, vor allem, wenn Badezusätze im Wasser sind.

Vorteilhaft kann hingegen das Auftragen von Vaseline auf dem Tattoo sein. Denn das versiegelt es. Alternativ Babypuder oder Talkum, welche die natürlichen Fette der Haut aufsaugen, die anderenfalls die Farben des Tattoos angreifen.

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Bildnachweis: Reuters / Stefano Rellandini, Fotolia / Africa Studio, Thinkstock/Hemera

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